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DZ-COBOLD-Zertifikate - Risiko ohne Chance

Vorwiegend Raiffeisen- und Volksbanken buchen ihren Kunden gefahrenträchtige Papiere ins Depot - nicht selten massive Aufklärungspflichtverletzungen - teilweise über 90 % Schaden

München, 03.12.2008; Kobolde sind Hausgeister, die die Bewohner gerne necken, ohne allerdings Schaden anzurichten - so die Wikipedia-Definition dieser neckischen Fabelwesen. Von anderem Kaliber sichd die COBOLDe der DZ-Bank. Dabei handelt es sich um sog. "Credit Linked Notes", also um Papiere, deren Erwerber für die emittierende Bank Kreditrisiken übernimmt. Der Name steht ausweislich einer Produktinformation der DZ-Bank für Corporate Bond Linked Debt. Diese Titel wurden zu Konditionen in den Markt gedrückt, die nicht oder allenfalls unwesentlich über den seinerzeitigen Konditionen für risikolose festverzinsliche Wertpapiere lagen.

In einem der hier anhängigen Fälle wurden im November 2005 derartige Papiere (DZ-COBOLD 62 Zertifikate) mit einer Verzinsung von 3,2% zu einem Kurs von 98,70 veräußert, was einer Rendite von 3,25 % entspricht. Die Rendite für Bundesschatzbriefe lag damals ausweislich der Bundesbankstatistik bei 3,2 %, wenige Wochen zuvor bot die comdirekt-Bank 4% für Festgeldanlagen. Für diese also mehr als bescheidene Prämie durfte der Erwerber die DZ-Bank von den kumulativen Kreditrisiken unter anderem von 4 US-Investmentbanken befreien, darunter Lehman Brothers. Dass man hier zu üblichen Festgeldkonditionen Versicherung spielen darf, wurde jedenfalls dem von uns vertretenen Erwerber nicht gesagt.

Einem anderen hier vertretenen RaiBa-Kunden wurde sogar noch am 03.09.2008, also 13 Tage vor der Lehman-Insolvenz, ein DZ-COBOLD 75 Zertifikat veräußert, mit dem er unter anderem die Kreditrisiken der gescheiterten Investmentbank übernahm. Dies zu einer Verzinsung von 5%, bei einem Kurs von 91,6 % (Verzinsung 5,46%). Selbstverständlich ohne jeden Hinweis auf die damit verbundenen erheblichen Gefahren. Der Herausgeber ist ja von der Rückzahlung des Kapitals befreit, wenn auch nur ein einziges der beinhalteten Institute - hier die 5 großen US-Investmentbanken - seinen Kreditverpflichtungen nicht mehr nachkommt. Nachdem dies eintrat, wurde beiden Erwerbern anstelle der bisherigen Papiere Lehman-Anleihen ins Depot gebucht.

Der Schaden beträgt in beiden Fällen über 90%, da die US-Titel lediglich noch über einen Kurswert von ca. 7,5 % verfügen. Die Alternative zur Veräußerung ist die Geltendmachung im Insolvenzverfahren, vor dem New Yorker Bezirksgericht. Das dürfte keine berauschende Alternative sein. In keinem der beiden Fälle wurden die Kunden auf die mit solchen Zertifikaten verbundenen Risiken hingewiesen, geschweige denn wurden ihnen alternative und ähnlich lukrative Anlagen benannt. Die Zertifikate wurden als Alternative zu festverzinslichen Wertpapieren angeboten. 

Darin liegt aus unserer Sicht eine massive Verletzung von Aufklärungs- und Beratungspflichten, wegen derer wir Schadenersatzansprüche geltend machen werden. Natürlich mag es Anleger gegeben haben, die diese Risiken aufgrund ihrer Erfahrung überschaut haben. Warum die allerdings dann nicht zu anderen mindestens ebenso lukrativen und tatsächlich weitgehend risikolosen Angeboten gegriffen haben sollten, bliebe durch die veräußernden Volks- und Raiffeisenbanken zu erklären.

Die Hausgeister der DZ-Bank sind jedenfalls aus unserer Sicht im Gegensatz zu ihren eher sympatischen Namenspaten wirklich böse.